Compeon vs. FinCompare: Warum ich nicht mehr zur Bank gehe, sondern „Kredit-Tinder“ spiele
Erinnert ihr euch an meinen Artikel über die „Kreditanfragen-Falle“ bei der Schufa? Dass man bloß nicht bei zehn Banken gleichzeitig anfragen soll, weil das den Score ruiniert? Das stellt uns vor ein Dilemma: Einerseits müssen wir Angebote vergleichen (wer nimmt schon den erstbesten Zins?). Andererseits dürfen wir nicht überall anfragen.
Die Lösung für dieses Problem hat mein Leben als Unternehmer massiv erleichtert. Es gibt mittlerweile Finanzierungsplattformen. Man lädt seine Unterlagen einmal hoch, und die Plattform fragt bei 250+ Banken und Finanzierern gleichzeitig an – schufa-neutral.
Die beiden Platzhirsche in Deutschland sind Compeon und FinCompare. Ich habe beide ausprobiert. Heute gibt es das Battle der Giganten. Wer ist besser für wen?
Das Prinzip: „Einer für alle“
Bevor wir in den Ring steigen, kurz zur Funktionsweise. Das Prinzip ist bei beiden gleich und genial simpel:
- Profil anlegen: Du beschreibst dein Vorhaben (z.B. „50.000 € Betriebsmittelkredit für Wareneinkauf“).
- Unterlagen hochladen: BWA, SuSa, Jahresabschluss (nur einmal!).
- Matching: Der Algorithmus (und ein echter Berater im Hintergrund) jagt deine Daten durch das Netzwerk.
- Angebote erhalten: Du bekommst nach 24-48 Stunden eine Liste: „Volksbank X bietet 4%, Fintech Y bietet 6%, Großbank Z bietet 3,5%“.
- Auswählen: Du suchst dir das Beste aus.
Das ist quasi wie Tinder. Nur dass du nicht nach einem Date suchst, sondern nach Geld. Und die Trefferquote ist deutlich höher.
Kandidat 1: Compeon – Der seriöse Alleskönner
Compeon (sitzen in Düsseldorf/Emsdetten) wirkt auf den ersten Blick etwas „bankiger“.
Meine Erfahrung:
Ich habe Compeon für eine etwas komplexere Finanzierung genutzt (neue Maschinen plus Förderkredit).
- Der USP (Alleinstellungsmerkmal): Compeon hat eine extrem starke Anbindung an Förderkredite (KfW, Landesbanken). Sie prüfen automatisch, ob dein Vorhaben förderfähig ist. Das machen viele andere nicht so gründlich.
- Der Prozess: Man wird von einem festen Berater betreut. Meiner hieß Stefan und hatte richtig Ahnung. Das war kein Callcenter-Agent, sondern ein ehemaliger Firmenkundenbetreuer.
- Für wen geeignet? Wenn ihr komplexere Vorhaben habt, Investitionen plant oder unbedingt Fördermittel abgreifen wollt. Auch super für den klassischen deutschen Mittelstand.
Kandidat 2: FinCompare – Der digitale Sprinter
FinCompare (aus Berlin) ist gefühlt das „hippere“ Startup.
Meine Erfahrung:
Hier habe ich eine schnelle Zwischenfinanzierung für Liquidität gesucht (klassischer Betriebsmittelkredit).
- Der USP: Geschwindigkeit und Usability. Die Plattform fühlt sich moderner an. Der Upload und die Dateneingabe gingen noch einen Tick flüssiger als bei Compeon.
- Der Prozess: Sehr digital. Man kriegt schnell automatisierte Vorschläge, besonders von Fintechs und alternativen Finanzierern.
- Für wen geeignet? Wenn es schnell gehen muss. Wenn ihr einfache Produkte sucht (Betriebsmittelkredit, Leasing, Factoring) und keine Lust auf lange Telefonate habt.
Der direkte Vergleich (Tabelle)
Hier mal meine subjektive Gegenüberstellung, damit ihr nicht Äpfel mit Birnen vergleicht:
| Feature | Compeon | FinCompare |
| Geschwindigkeit | Gut (1-3 Tage bis zu Angeboten) | Sehr gut (oft erste Angebote am selben Tag) |
| Netzwerk | Sehr stark bei klassischen Banken & Sparkassen | Stark bei Fintechs & Spezialfinanzierern |
| Förderkredite | Top! Prüfen sehr detailliert | Vorhanden, aber nicht der Hauptfokus |
| Beratung | Persönlicher, tiefergehend | Effizient, digitaler |
| Kosten | Für uns Unternehmer kostenlos (Provision zahlt die Bank) | Für uns Unternehmer kostenlos (Provision zahlt die Bank) |
Warum ich nie wieder „zu Fuß“ gehe
Der größte Vorteil ist nicht mal der Zinsvergleich (obwohl ich durch den Vergleich sicher 1,5% gespart habe). Der Vorteil ist die Marktmacht. Wenn ich als „kleiner Alex“ zur Deutschen Bank gehe, bin ich ein Bittsteller. Wenn Compeon oder FinCompare anklopfen, bringen die ein ganzes Bündel an Kunden mit. Die Banken wollen in deren Listing gut dastehen. Außerdem: Die Schufa bleibt sauber.
Die Plattformen stellen bei den Banken eine „Konditionenanfrage“. Das sieht niemand außer euch. Erst wenn ihr ein Angebot unterschreibt, wird es der Schufa als Kredit gemeldet. Das ist der sicherste Weg, den eigenen Score zu schützen.
Welchen sollst du nehmen?
Ehrlich gesagt? Es ist fast egal. Beide sind seriös, beide sind kostenlos für uns, beide sparen Zeit.
- Mein Bauchgefühl sagt: Geht zu Compeon, wenn ihr „schwere“ Investitionen plant (Maschinen, Immobilien, große Summen über 100k) und Wert auf Förderberatung legt.
- Geht zu FinCompare, wenn ihr schnelle Liquidität, Factoring oder Leasing für den neuen Firmenwagen sucht und auf eine „smoothe“ Online-Erfahrung steht.
Oder macht es wie ein echter Fuchs: Meldet euch (mit etwas zeitlichem Abstand) bei beiden an. Konkurrenz belebt das Geschäft – auch bei den Vermittlern. 😉 Viel Erfolg beim Matchen!