Als ich mein erstes Unternehmen gestartet habe, war die Euphorie riesig. Endlich mein eigenes Ding machen, eigene Kunden, eigene Ideen umsetzen – das fühlte sich einfach großartig an.
Doch schon nach den ersten Monaten kam die Ernüchterung: Einnahmen und Ausgaben passten nicht zusammen. Kunden zahlten zu spät, Lieferanten wollten sofort ihr Geld, und die laufenden Kosten fraßen meine Rücklagen schneller auf, als ich gucken konnte.
Genau in dieser Phase habe ich mich zum ersten Mal mit einem Betriebsmittelkredit für Gründer beschäftigt – und das war rückblickend eine meiner besten Entscheidungen.
Warum Gründer so oft in Liquiditätsprobleme geraten
Viele stellen sich das Gründen so vor: Man hat eine Idee, investiert ein bisschen Startkapital, und nach ein paar Monaten läuft das Geschäft von alleine.
Die Realität? Man unterschätzt, wie viel laufende Kosten schon in den ersten Wochen entstehen: Miete, Personal, Softwarelizenzen, Marketing, vielleicht sogar Maschinen oder Fahrzeuge.
Das Problem: Einnahmen kommen oft später, manchmal viel später. Genau hier entsteht die gefährliche Lücke, die ohne Fremdfinanzierung kaum zu schließen ist.
Welche Möglichkeiten es für Gründer gibt
Ein klassischer Bankkredit ist für Gründer oft schwer zu bekommen, weil keine gesicherten Umsätze oder Bilanzen vorliegen. Aber es gibt Alternativen:
- Betriebsmittelkredit bei Spezialbanken oder Förderbanken
Förderbanken wie die KfW haben spezielle Gründerprogramme. Diese sind oft günstiger, aber der Antrag ist bürokratisch. - Online-Kreditplattformen
Deutlich schneller und unbürokratischer. Viele Fintechs bewerten Gründer nicht nur nach Bilanzen, sondern nach Businessplänen oder Umsatzprognosen. - Bürgschaften und Garantien
Gründer können Bürgschaften von Bürgschaftsbanken nutzen, um ihre Chancen bei der Kreditaufnahme zu erhöhen. - Alternative Finanzierung
Leasing, Factoring oder auch Lieferantenkredite sind oft eine Ergänzung, wenn klassische Kredite nicht reichen.
Meine persönliche Erfahrung
Ich habe damals einen Mix gewählt: Einen kleineren Betriebsmittelkredit über eine Online-Plattform, kombiniert mit einem geförderten Gründerkredit.
Das hat mir die notwendige Flexibilität gegeben: Der Online-Kredit war schnell verfügbar, der Förderkredit langfristig günstig.
Ohne diese Lösung hätte ich wahrscheinlich einige Chancen verpasst – zum Beispiel den Einkauf von Ware, die mir später erst die ersten größeren Umsätze eingebracht hat.
Worauf Gründer besonders achten sollten
- Realistische Planung – lieber zu viel Puffer einplanen, als nach drei Monaten wieder ohne Geld dazustehen.
- Nicht nur auf Zinsen schauen – Flexibilität und Geschwindigkeit sind in der Anfangsphase oft wichtiger.
- Transparenz gegenüber Kreditgebern – ein klarer Businessplan ist Gold wert.
- Bonität aufbauen – auch kleine, pünktlich zurückgezahlte Kredite helfen, die eigene Kreditwürdigkeit zu stärken.
Mein Fazit…
Ein Betriebsmittelkredit für Gründer ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine strategische Absicherung.
Wer gleich zu Beginn auf eine solide Finanzierung setzt, hat die Freiheit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: das Unternehmen aufzubauen.