Lastschrift schon gutgeschrieben: Warum ich die Rückgabe trotzdem im Liquiditätsplan teste
Die Kundenzahlungen sind per Lastschrift eingezogen, das Konto sieht wieder ordentlich aus. Würde ich den gesamten Zuwachs sofort für einen größeren Wareneinkauf verplanen? Ich bin Alex und würde vorher einen Rückgabe-Fall durchrechnen. Eine sichtbare Gutschrift beantwortet nicht automatisch jede Frage nach ihrer endgültigen Verfügbarkeit.
Mir geht es dabei um eine nüchterne Betriebsmittelplanung. Ich möchte wissen, welche Zahlungen nach einem Einzug noch fällig werden und wie sich der Kontostand verändert, wenn ein größerer Betrag wieder belastet wird.
Zuerst würde ich das Lastschriftverfahren feststellen
Bei einer SEPA-Basislastschrift kann der Zahler innerhalb von acht Wochen nach der Belastung ohne Angabe von Gründen eine Rückgabe veranlassen. Das Basisverfahren wird nicht nur bei Privatkunden genutzt. Auch zwischen Unternehmen können Zahlungen darüber vereinbart sein.
Ich würde daher nicht allein aus dem Firmenkundenstatus auf das verwendete Verfahren schließen. In meiner Übersicht stünden ausdrücklich Basislastschrift oder Firmenlastschrift sowie das zugehörige Mandat. Eine beiläufige Bezeichnung „B2B-Kunde“ wäre mir dafür zu ungenau.
Die Firmenlastschrift ist keine pauschale Zahlungsgarantie
Bei einer autorisierten SEPA-Firmenlastschrift besteht der entsprechende Erstattungsanspruch nach der Belastung nicht. Daraus würde ich aber keinen allgemeinen Schutz vor jedem Zahlungsproblem ableiten. Voraussetzungen, Mandatsprüfung und konkrete Bankbedingungen müssen passen. Unklare Fälle würde ich mit der eigenen Bank klären.
Mein Plan enthält einen Rückgabe-Termin
Ich würde zunächst die eingezogenen Beträge und die zugehörigen Kundenforderungen nachvollziehbar erfassen. Daneben kämen die ohnehin geplanten Auszahlungen. Anschließend würde ich einen größeren Einzug in einem zweiten Verlauf wieder abziehen und den niedrigsten Kontostand bis zum nächsten belastbaren Eingang suchen.
Die Auswahl des Prüfbetrags müsste zum eigenen Kundenbestand passen. Ich würde keine allgemeine Rückgabequote erfinden. Sind wenige große Einzüge vorhanden, kann schon ein einzelner Fall anders wirken als viele kleine Zahlungen. Diese Struktur möchte ich sichtbar machen, bevor ich einen zusätzlichen Kreditrahmen als ausreichend bezeichne.
Ein erfundenes Beispiel macht die Lücke sichtbar
Angenommen, nach den Einzügen liegen 18.000 Euro auf dem Konto. Bis zum nächsten erwarteten Eingang sind 14.000 Euro an Auszahlungen geplant. Ohne weitere Veränderung bleiben 4.000 Euro. Geht in diesem Zeitraum ein Einzug über 5.000 Euro zurück, ergibt sich rechnerisch ein Fehlbetrag von 1.000 Euro. Alle Beträge sind frei gewählte Rechenwerte.
Ich würde jetzt die genaue zeitliche Reihenfolge prüfen. Kommt die Rückbelastung vor dem Lieferantentermin, ist die Lücke dort relevant. Eine spätere erwartete Kundenzahlung hilft nur, wenn sie rechtzeitig und ausreichend verlässlich eintrifft. Der positive Kontostand am Monatsende allein würde mich nicht beruhigen.
Eine Kreditlinie würde ich separat auf Verfügbarkeit prüfen
Ein vorhandener Kontokorrentrahmen kann eine zeitliche Lücke möglicherweise auffangen. Ich würde seine aktuelle freie Höhe und die vereinbarten Bedingungen danebenlegen. Derselbe freie Betrag darf nicht gleichzeitig für den Einkauf und für einen Rückgabefall vollständig verplant werden.
Die Rückgabe bekommt auch einen Klärungsweg
Nach einer tatsächlichen Rückgabe würde ich Buchung, offene Forderung und Kundenkontakt zusammenführen. Der zugrunde liegende Zahlungsanspruch ist eine eigene Frage und lässt sich nicht allein aus der Bankbuchung beantworten. Vor einem erneuten Einzug müssten die Ursache und die Voraussetzungen geklärt sein.
Zum Vergleich anderer Zahlungswege passt mein Beitrag über Factoring mit Einbehalt. Mein nächster Schritt wäre ein zweiter Verlauf im Liquiditätsplan mit einem konkret bezeichneten Rückgabefall. Erst danach würde ich entscheiden, wie viel vom heutigen Guthaben für neue Betriebsmittel tatsächlich frei eingeplant werden kann.